Für die Zukunft der nächsten Generation
Seit der Gründung der ZKB Philanthropie Stiftung durch die Zürcher Kantonalbank im Jahr 2024 haben sich unter ihrem Dach bereits mehrere Substiftungen gebildet. Solange und Ralph Kühne-Aubert waren die ersten, die diesen Weg beschritten. Im Gespräch mit Florence Schnydrig Moser, Stiftungsrätin der ZKB Philanthropie Stiftung und Mitglied der Geschäftsleitung der Zürcher Kantonalbank, erzählen sie von ihren Beweggründen, ihrer Vision und den persönlichen Erfahrungen, die zu ihrem Engagement für Kinder und Jugendliche geführt haben.
Florence Schnydrig Moser: Was hat Sie dazu bewogen, sich philanthropisch zu engagieren?
Ralph Kühne-Aubert: Wir haben uns schon immer für gemeinnützige Zwecke engagiert, sei es durch Spenden oder durch persönliches Engagement. In unserer aktuellen Lebenssituation haben wir uns jedoch intensiver mit unserer Nachlassplanung beschäftigt – insbesondere, weil wir keine eigenen Kinder haben. Wir wollten sicherstellen, dass wir mit unserem Vermögen etwas bewirken können, solange wir selbst noch mitbestimmen können, was damit geschieht.
Solange Kühne-Aubert: Wir hatten das Glück, ein privilegiertes Leben führen zu dürfen. Es ist uns ein Anliegen, etwas zurückzugeben – insbesondere an Menschen, die unverschuldet in schwierige Lebenslagen geraten sind. Und natürlich liegt uns die Zukunft der nächsten Generation besonders am Herzen.
Florence Schnydrig Moser: Warum ist Ihnen die Förderung von Kindern und Jugendlichen so wichtig?
Solange Kühne-Aubert: Wir kennen einerseits Familien, die wegen problembehafteter Kinder herausfordernde Situationen erleben und die auf eine pädagogische Unterstützung angewiesen sind. Andererseits sind uns Familien bekannt, deren Kinder an schweren Krankheiten leiden und intensiver Pflege bedürfen. Das alles kostet viel Geld.
Ralph Kühne-Aubert: Ein Beispiel ist unser Engagement für das Kinderspital, wo wir eine grosse Spielecke mitfinanziert haben. Sie bietet Kindern eine willkommene Ablenkung und den Eltern eine kleine Entlastung in einer oft angespannten Wartezeit. Das war für uns eine besonders schöne Erfahrung. Mit unserer Substiftung können wir nun noch gezielter dort helfen, wo Kinder und ihre Familien dringend Unterstützung brauchen. Dank des Netzwerks der ZKB Philanthropie Stiftung haben wir zudem die Möglichkeit, mit vertrauenswürdigen Organisationen zusammenzuarbeiten, die unsere Ziele teilen.
Florence Schnydrig Moser: Die ZKB Philanthropie Stiftung gibt es erst seit 2024. Weshalb haben Sie dieser Stiftung Ihr Vertrauen geschenkt?
Ralph Kühne-Aubert: Die Zürcher Kantonalbank ist seit mehreren Jahren unsere Hausbank. Wir schätzen die lokale Verankerung der Bank und haben über die Jahre eine persönliche Verbindung aufgebaut. Als wir von der Möglichkeit einer Substiftung innerhalb der ZKB Philanthropie Stiftung erfuhren, hat uns das Konzept sofort überzeugt.
Solange Kühne-Aubert: Es ist für uns besonders wichtig, dass die Stiftung uns die Freiheit gibt, unsere eigenen Schwerpunkte zu setzen, während sie sich um die gesamte Administration kümmert. Das ist eine enorme Entlastung für uns.
Florence Schnydrig Moser: Warum haben Sie sich für eine Substiftung entschieden und nicht für die Gründung einer eigenständigen Stiftung?
Ralph Kühne-Aubert: Ich bin selbst seit vielen Jahren in Stiftungsräten tätig und kenne die Hürden, die mit einer eigenständigen Stiftung verbunden sind. Die Anforderungen sind in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Die ZKB Philanthropie Stiftung hat uns eine ideale Lösung geboten: Wir konnten unseren Substiftungszweck individuell und ganz nach unseren Wünschen gestalten, während die ZKB Philanthropie Stiftung die gesamte Verwaltung und Organisation übernimmt.
Solange Kühne-Aubert: Für uns war es wichtig, dass wir eine langfristige Lösung finden, die auch über unsere Lebenszeit hinaus Bestand hat. Die Substiftung ist ein zentraler Pfeiler unserer Nachlassplanung.
Die Errichtung einer Substiftung ist eine einfache und effektive Möglichkeit, Philanthropie umzusetzen und einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.
Ralph und Solange Kühne-Aubert
Florence Schnydrig Moser: Welche Erfahrungen haben Sie geprägt, die in Ihre Substiftung eingeflossen sind?
Solange Kühne-Aubert: Ich habe in meiner über 30jährigen Tätigkeit in der Freiwilligenarbeit – unter anderem als Leiterin eines Mittagstischs für ältere und alleinstehende Personen – viele Familien und ihre Lebenssituationen kennengelernt. Es hat mich sehr bewegt zu sehen, wie sich Lebensumstände plötzlich verändern können und wie wichtig Unterstützung in solchen Momenten ist.
Ralph Kühne-Aubert: Der monatliche Mittagstisch – ein Angebot einer Kirchgemeinde – war eine wichtige ehrenamtliche Aufgabe im Leben meiner Frau. Sie hat mit ihrem Team über 10'000 Essen gekocht. Das ist eine beeindruckende Leistung für die Gemeinschaft und eine Herzensangelegenheit, die zeigt, wie mit persönlichem Engagement viel Gutes erzielt werden kann.
Solange Kühne-Aubert: Genau. Diese Erfahrung hat mir eine andere Perspektive gegeben. Es sind oft die kleinen Dinge, die einen grossen Unterschied machen können. Und wenn ich durch unsere Substiftung dazu beitragen kann, einsamen Menschen oder heranwachsenden Kindern zu helfen, dann erfüllt mich das mit Freude.
Florence Schnydrig Moser: Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit der ZKB Philanthropie Stiftung?
Ralph Kühne-Aubert: Die Zusammenarbeit ist auf Vertrauen aufgebaut. Die Stiftung übernimmt die gesamte Verwaltung, von der rechtlichen Abwicklung bis hin zur operativen Umsetzung. Dadurch können wir uns voll und ganz auf die Verfolgung unserer gemeinnützigen Ziele konzentrieren.
Solange Kühne-Aubert: Besonders schätzen wir auch das Netzwerk der Stiftung. Es gibt so viele Organisationen in der Schweiz – über 13'000 Stiftungen! Da ist es nicht immer einfach, die richtigen Partner zu finden. Die ZKB Philanthropie Stiftung prüft die Organisationen, mit denen sie zusammenarbeitet. Das gibt uns die Sicherheit, dass unsere Mittel sinnvoll und zweckbestimmt eingesetzt werden.
Florence Schnydrig Moser: Was würden Sie anderen Menschen sagen, die darüber nachdenken, eine Substiftung zu gründen?
Ralph Kühne-Aubert: Wir können diesen Weg nur empfehlen. Die Errichtung einer Substiftung ist eine einfache und effektive Möglichkeit, Philanthropie umzusetzen und einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.
Solange Kühne-Aubert: Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man etwas Sinnvolles hinterlässt – etwas, das auch in Zukunft Bestand haben wird.
Florence Schnydrig Moser: Vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben. Ihr Engagement ist ein inspirierendes Beispiel und wir freuen uns, Sie auf diesem Weg begleiten zu dürfen.